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10.11.2015 | St. Goar

Fachtagung im Welterbe Oberes Mittelrheintal – Ansätze, Kriterien und Beispiele für „lebendige Welterbestätten“ in Diskussion

Foto v.l.n.r.: Prof. Markus Neppl, Landrat Dr. Marlon Bröhr, Landrat Frank Puchtler, Moderatorin Judith Nägeli, Prof. Heinz-Dieter Quack, Dr. Brigitta Ringbeck, Prof. Dr. Guido Spars, Prof. Ulrike Kirchner, Prof. Dr. Michael Schmidt, Staatsminister Roger Lewentz, Staatssekretär Walter Schumacher, Prof. Berthold Burkhardt, Hanspeter Faas, Prof. Dr. Raimund Stecker

„Wir freuen uns über den großen Teilnehmerzuspruch zu unserer Fachtagung“, erklärt Verbandsvorsteher Frank Puchtler, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises. „Dies zeigt, dass wir mit der inhaltlichen Ausrichtung der Veranstaltung nicht nur zentrale Fragen für das Mittelrheintal aufgeworfen haben, sondern für Welterbestätten in Deutschland und sogar Europa eine spannende und erkenntnisreiche Tagung organisieren konnten“, so Puchtler weiter.

In sechs inhaltlichen Vorträgen wurde den Fragen nachgegangen, wie die zentralen Begriffe von Kulturlandschaft und Welterbe bewertet werden und welche Kriterien und Grundsätze für die Bewertung angelegt werden, um die Balance zwischen Erhalt und Entwicklung zu bewahren. Die hochkarätigen Referenten aus Wissenschaft und Praxis zeigten auch an konkreten Praxisbeispielen auf, was es bedeutet, ein Welterbe lebendig zu halten und welche Herausforderungen, Probleme und Chancen im Spannungsfeld der Entwicklung von Welterbestätten liegen. Der Blick wurde in Welterbstätten in der ganzen Welt geweitet und dabei immer wieder auf das konkrete  Beispiel des Oberen Mittelrheintals vor Ort heruntergebrochen. Nachdem Kulturstaatssekretär Walter Schumacher, Regierungsbeauftragter für das UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz, den Weg zur Anerkennung des Oberen Mittelrheintals zum Welterbe der UNESCO skizziert und auch zukünftige Herausforderungen für die Region aufgezeigt hatte, wurde zentral diskutiert, welchen Beitrag Bundesgartenschauen zur Entwicklung von Welterbestätten leisten können. Bereits im Grußwort ging Staatsminister Roger Lewentz, Ideengeber der BUGA 2031, auf die Potenziale der Bundesgartenschau für das Obere Mittelrheintal ein. Kein Thema beschäftigt das Mittelrheintal in der Frage einer lebendigen Entwicklung derzeit mehr als die Bundesgartenschau. Der Präsident des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege Dr. Markus Harzenetter, der die Teilnehmer im Namen der hessischen Landesregierung begrüßte, fokussierte zu Beginn der Tagung auf das Spannungsfeld zwischen denkmalpflegerischen Anforderungen einerseits und neuen infrastrukturellen oder baulichen Entwicklungen andererseits und eröffnete damit einen weiteren inhaltlichen Akzent der Veranstaltung.

Begleitet wurde die Fachtagung durch den Fachbeirat des Zweckverbandes, einer interdisziplinär zusammengesetzten Expertengruppe mit ausgewiesener Fachkompetenz, die den Zweckverband in grundsätzlichen Fragen der Pflege und Entwicklung des Welterbes berät und fachliche Empfehlungen abgibt.

„Spannende Vorträge, angeregte Diskussionen und ein interessiertes Publikum haben zu einer erfolgreichen Tagung geführt“, resümiert Puchtler den Veranstaltungstag. „Wir werden nun in unserem Vorstand gemeinsam mit den Fachbeiratskollegen die Essenz der Tagung für unser Welterbe herausziehen und all unseren Verbandsmitgliedern zugänglich machen“, so Puchtler abschließend.